Wie kann man Tarot allein lernen? Mit einem Deck, einem Notizbuch und 15 Minuten pro Tag über 30 Tage: eine Woche zum Kennenlernen des Decks, eine für die 22 Großen Arkana, eine für die 56 Kleinen Arkana, dann eine für die Legungen. Du brauchst weder eine besondere Gabe noch eine kostenpflichtige Ausbildung, um anzufangen.
Gleich zu Beginn eine Klarstellung: Hier geht es um das Tarot zum Kartenlegen, das Deck mit 78 Karten, mit dem man nachdenkt und sich Fragen stellt, nicht um das Kartenspiel Tarock, das man zu mehreren am Tisch spielt. Willst du zuerst die Deutung verstehen, bevor du loslegst, sind unser kompletter Leitfaden zum Kartenlegen und unser Beitrag zum Deuten von Kartenkombinationen gute Grundlagen. Diese Seite hier ist anders: ein Arbeitsplan, Tag für Tag.
Kann man Tarot wirklich allein lernen?
Ja, und viele Leser fangen genau so an. Drei Einwände hört man immer wieder, und alle lassen sich leicht ausräumen:
- „Man braucht eine Gabe.“ Nein: Karten zu lesen ist eine Fähigkeit, die man übt, wie das Lesen von Noten. Woher dieser Glaube kommt, erklären wir im Artikel Braucht man eine Gabe, um Tarot zu lesen?
- „Ich habe kein Geld für Kurse.“ Du kannst kostenlos beginnen, mit einem Deck und den freien Ressourcen dieses Blogs: dem Leitfaden zu allen 78 Karten und der Methode weiter unten. Unser Artikel zum kostenlosen Tarot-Kurs in 10 Lektionen rundet alles ab.
- „78 Karten sind zu viel.“ Deshalb geht der Plan in kleinen Blöcken vor, mit einer einfachen Regel: Man lernt zuerst hinzuschauen, bevor man sich etwas merkt. Und schwankst du noch zwischen Tarot, Orakelkarten und einem 32-Blatt-Spiel, lies Tarot, Orakel oder 32-Karten-Spiel für Anfänger.
Tarot ist kein Orakel, das deine Zukunft vorhersagt. Es ist ein Spiegel: Jedes Bild lädt dich ein, in Worte zu fassen, was du ohnehin fühlst. Das macht das Lernen leichter, denn es gibt keine „richtige Antwort“, vor der man sich fürchten müsste.
Du möchtest mit den Karten in der Hand lernen? Die Tarotkarten mit Bedeutung auf Deutsch sind für Einsteiger gemacht: Die Bedeutung steht auf jeder Karte, in der Box liegt ein gedrucktes Begleitbuch auf Deutsch, und den kompletten Kurs auf Deutsch bekommst du nach dem Kauf per persönlichem Link. Mit dem Code STAR20 sparst du 20 % auf deine erste Bestellung.
Bevor du startest: ein Deck, ein Notizbuch, 15 Minuten am Tag
Du brauchst drei Dinge. Ein Tarotdeck mit 78 Karten, ein Notizbuch (Papier oder Handy) und eine Viertelstunde pro Tag, möglichst zur selben Uhrzeit. Regelmäßigkeit zählt mehr als Dauer.
Welches Deck? Es gibt zwei große Traditionen. Das klassische Tarot de Marseille hat sehr stilisierte Große Arkana und Kleine Arkana ohne Szenen: Du siehst aufgereihte Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Das Tarot von 1909, gezeichnet von Pamela Colman Smith, zeigt auf jeder Karte eine Szene, auch bei den Kleinen Arkana, was beim Merken über das Bild sehr hilft. Beide funktionieren; wichtig ist, am Anfang nur eines zu wählen. Mehr dazu in unserem Leitfaden zum Tarot de Marseille und in unserem Artikel Tarotkarten für Anfänger.
Wenn du allein lernst, kann dir niemand die Bedeutung einer Karte zuflüstern. Bei den Tarotkarten mit Bedeutung auf Deutsch (78 Karten) steht die Bedeutung auf jeder Karte aufgedruckt: Du prüfst deine eigene Deutung auf einen Blick, besonders in den Wochen 2 und 3 des Plans. Den kompletten Kurs auf Deutsch bekommst du nach dem Kauf per persönlichem Link, und ein gedrucktes Begleitbuch liegt in der Box. Du kannst diesen Plan mit jedem anderen Deck durchgehen: Dieses Deck erspart dir nur das Nachschlagen im Buch.

Tarotkarten mit Bedeutung auf Deutsch – Lerndeck mit 78 Karten
Bedeutung auf jeder Karte aufgedruckt, dazu ein kompletter Kurs auf Deutsch.
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Zum DeckWoche 1 (Tag 1 bis 7): das Deck kennenlernen und deine Tageskarte ziehen
Ziel: Du machst dich mit den Karten vertraut, ohne alles verstehen zu wollen.
- Tag 1: Breite alle 78 Karten aus und betrachte sie, ohne nach der Bedeutung zu suchen. Sortiere sie in fünf Stapel: Große Arkana, Stäbe, Kelche, Schwerter, Münzen.
- Tag 2: Ziehe deine erste Tageskarte. Bevor du die Bedeutung nachschlägst, beschreibe das Bild in drei Sätzen: Figuren, Farben, Stimmung.
- Tag 3: Präge dir den Aufbau ein: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana, verteilt auf vier Farben. In der klassischen Zuordnung, die vom Golden Dawn stammt und durch das Tarot von 1909 verbreitet wurde, stehen die Stäbe für Feuer und Handeln, die Kelche für Wasser und Gefühle, die Schwerter für Luft und Gedanken, die Münzen für Erde und Konkretes; manche ältere Traditionen tauschen Stäbe und Schwerter. Warum es genau so viele sind, steht in Warum hat ein Tarotdeck 78 Karten?
- Tag 4: Tageskarte ziehen, dann die Bedeutung lesen und mit deiner Beschreibung von gestern vergleichen.
- Tag 5: Lerne die Handgriffe: Frage, mischen, abheben, ziehen. Die Einzelheiten stehen in Tarotkarten ziehen Schritt für Schritt.
- Tag 6: Ziehe die Tageskarte mit einer gezielten Frage: „Was sollte ich heute im Kopf behalten?“
- Tag 7: Bilanz. Lies deine Notizen. Welche Karte kehrt wieder? Welches Bild hat dich beschäftigt?
Kontrollpunkt: Du kannst den Unterschied zwischen Großen und Kleinen Arkana erklären und hast drei Tageskarten notiert.
Woche 2 (Tag 8 bis 14): die 22 Großen Arkana
Eine moderne Lesart sieht in den Großen Arkana eine Reise, vom Narren bis zur Welt. Man lernt sie in kleinen Gruppen, der Reihe nach. Ein nützliches Detail: In der Tradition von 1909 ist Die Kraft die Karte VIII und Die Gerechtigkeit die XI; im Tarot de Marseille ist es umgekehrt. Mach dir darüber keine Sorgen, nimm aber dein Deck als Referenz. Einen Überblick findest du im Leitfaden zu den Großen Arkana.
- Tag 8: Der Narr (0) und Der Magier (I). Im Tarot de Marseille trägt der Narr meist keine Nummer.
- Tag 9: Die Hohepriesterin, Die Kaiserin, Der Kaiser, Der Hierophant (II bis V).
- Tag 10: Die Liebenden, Der Wagen, Die Kraft (VI bis VIII).
- Tag 11: Der Eremit, Das Rad des Schicksals, Die Gerechtigkeit (IX bis XI).
- Tag 12: Der Gehängte, Der Tod, Die Mäßigkeit (XII bis XIV).
- Tag 13: Der Teufel, Der Turm, Der Stern (XV bis XVII).
- Tag 14: Der Mond, Die Sonne, Das Urteil, Die Welt (XVIII bis XXI).
Für jede Gruppe gilt: Sieh dir das Bild an, fasse die Karte mit eigenen Worten in einem Satz zusammen und vergleiche dann mit der Bedeutung in deinem Deck oder in der Tradition. Für eine bestimmte Karte nutzt du den Leitfaden zu allen 78 Karten. Versuche nicht, alles auswendig zu pauken: Die Bilder erledigen einen großen Teil der Arbeit, siehe Merken über Bilder.
Kontrollpunkt: Ziehe fünf Große Arkana zufällig und sage, was du über sie weißt, bevor du nachsiehst.
Woche 3 (Tag 15 bis 21): die 56 Kleinen Arkana
Die Kleinen Arkana erzählen vom Alltag. Wir arbeiten gern mit der Logik Farbe + Zahl. Kennst du die Farbe und die Bedeutung der Zahl, kannst du eine erste Bedeutung ableiten, einen Ausgangspunkt, den das Bild dann präzisiert. Siehe auch den Leitfaden zu den Kleinen Arkana.
- Tag 15: Die Zahlen: Das Ass ist ein Anfang, die 2 eine Wahl, die 3 Wachstum, die 4 eine Pause oder Stabilität, die 5 eine Spannung, die 6 Harmonie, die 7 eine Prüfung oder Bewertung, die 8 Bewegung, die 9 fast vollendet, die 10 ein Abschluss.
- Tag 16: Die Stäbe: Handeln, Energie, Projekte.
- Tag 17: Die Kelche: Gefühle, Beziehungen.
- Tag 18: Die Schwerter: Gedanken, Entscheidungen, Konflikte.
- Tag 19: Die Münzen: Arbeit, Geld, Konkretes.
- Tag 20: Die Hofkarten. Eine verbreitete Faustregel fasst sie so zusammen: Der Bube lernt, der Ritter handelt, die Königin gestaltet von innen, der König von außen.
- Tag 21: Bilanz. Ziehe fünf Kleine Arkana zufällig und leite die Bedeutung mit der Methode „Farbe + Zahl“ ab, bevor du überprüfst.
Woche 4 (Tag 22 bis 30): echte Legungen lesen
Du kennst jetzt das Vokabular: Zeit, Geschichten zu lesen.
- Tag 22: Deine erste Legung mit 3 Karten.
- Tag 23: Lies sie noch einmal. Was ist seit gestern passiert?
- Tag 24: Deine erste Kreuzlegung mit 5 Karten.
- Tag 25: Wiederhole die Legung von gestern, diesmal mit umgekehrten Karten. Unser Leitfaden zu umgekehrten Karten hilft dir dabei.
- Tag 26: Untersuche an einer deiner Legungen die Kartenkombinationen.
- Tag 27: Freie Legung zu deiner Woche.
- Tag 28: Lies dein ganzes Notizbuch durch: Welche Themen kehren wieder?
- Tag 29: Lege zwei Listen an: 10 Karten, die du gut kennst, und 10, die du wiederholen willst.
- Tag 30: Ziehe Bilanz und wähle, wie es weitergeht (siehe unten).
Für dein Notizbuch hilft dir unser Leitfaden zum Tarot-Tagebuch. Wie du dir selbst die Karten legst, ohne dir etwas vorzumachen, steht in unserem Artikel Sich selbst die Karten legen.
Und nach den 30 Tagen?
Du bist danach kein Experte, und das ist nicht das Ziel. Du hast ein Vokabular, ein Notizbuch, einige Legungen hinter dir und vor allem eine Gewohnheit. Mach weiter mit einer Tageskarte, einer Legung pro Woche und kehre zu den Karten deiner „Wiederholen“-Liste zurück. Die klassischen Fehler findest du zusammengefasst in Die 12 Fehler von Tarot-Anfängern.
Wie es weitergeht
Diese Seite ist der Ausgangspunkt unseres Lernwegs für Einsteiger. Hier sind die 11 Leitfäden, die dazugehören:
- Kostenloser Tarot-Kurs: 10 Lektionen für den Einstieg.
- Tarotkarten ziehen: das Ritual Schritt für Schritt.
- Tarot Legesystem 3 Karten: 7 Varianten.
- Kreuzlegung Tarot: die Methode mit 5 Karten.
- Sich selbst die Karten legen: objektiv bleiben.
- Braucht man eine Gabe, um Tarot zu lesen?
- Die positivsten Tarotkarten.
- Kartenkombinationen im Tarot: eine Legung deuten.
- Tarot, Orakel oder 32-Karten-Spiel für Anfänger.
- Die 78 Tarotkarten merken: 9 Techniken.
- Die 12 Fehler von Tarot-Anfängern.
Häufige Fragen
Wie fängt man mit Tarot an?
Wähle ein einziges Deck und ein Notizbuch und ziehe jeden Tag eine Karte, wobei du zuerst das Bild beschreibst. In der ersten Woche lernst du den Aufbau (22 Große, 56 Kleine Arkana) kennen, danach gehst du in kleinen Kartengruppen weiter. Der Plan oben führt dich Tag für Tag.
Wie lange dauert es, Tarot allein zu lernen?
Dieser Plan dauert 30 Tage bei 15 Minuten pro Tag: genug für ein Grundvokabular, ein Notizbuch und eine Gewohnheit, nicht für vollständige Beherrschung. Das Tempo ist von Mensch zu Mensch verschieden, und Regelmäßigkeit zählt mehr als die Länge jeder Sitzung. Nach den 30 Tagen machst du mit einer Tageskarte und einer Legung pro Woche weiter.
Muss man alle 78 Karten auswendig lernen?
Nein. Der Plan geht in kleinen Blöcken vor und beginnt mit dem Beobachten: Man lernt zuerst, das Bild anzuschauen, und das Gedächtnis kommt mit der Übung. Die Logik „Farbe + Zahl“ hilft, eine erste Bedeutung zu finden, ohne alles zu behalten, und du kannst jederzeit in deinem Deck oder in einem Leitfaden nachsehen.
Welches ist das beste Tarotdeck für Anfänger?
Das, dessen Bilder dich ansprechen und das du auch wirklich nutzt. Die Illustrationen von 1909 erleichtern das Lernen, weil jede Karte eine Szene hat. Ein Lerndeck mit aufgedruckter Bedeutung auf jeder Karte erspart dir außerdem das Suchen im Buch. Das Tarot de Marseille passt ebenfalls, wenn dir die Ästhetik gefällt.
Kann jeder lernen, Tarot zu lesen?
Ja. Es braucht weder Gabe noch Diplom, nur Regelmäßigkeit, Beobachtung und Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Wie jede Fertigkeit lässt es sich üben.
Wie legt man sich selbst die Karten?
Stelle eine offene Frage, ziehe ein bis drei Karten und notiere sie, bevor du nach der Bedeutung suchst. Die größte Falle ist, in den Karten nur zu lesen, was man sich erhofft. Unser Artikel Sich selbst die Karten legen erklärt, wie du Abstand hältst.
Inklusive: kompletter Tarot-Kurs auf Deutsch – gratis
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