Wahrsagen mit Tarotkarten: Anleitung für Anfänger

Wahrsagen mit Tarotkarten heißt: Du stellst eine offene Frage, mischst 78 Karten, legst wenige davon aus und deutest sie mit ihren Bedeutungen. Zum Start genügen ein Deck, eine Frage, eine kleine Legung und die Kartenbedeutungen. Tarot ist dabei kein Blick in eine feste Zukunft, sondern ein Werkzeug, um Gedanken zu ordnen und Entscheidungen von mehreren Seiten zu betrachten.

Für den Einstieg empfehlen wir das Deutsches Tarot-Lerndeck: 78 Karten, bei denen die Bedeutung jeder Karte in deutscher Sprache direkt auf der Karte steht. So kannst du ab der ersten Legung deuten, ohne nachzuschlagen. Wer lieber die klassische Bildwelt von 1909 mag, findet weiter unten unsere zweite Empfehlung.

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Das Lerndeck druckt Bedeutung, Stichworte und Frage direkt auf jede der 78 Karten – auf Deutsch. Dazu gehört ein vollständiges Lernbuch auf Deutsch – gedruckt in der Box, dazu der komplette Kurs nach dem Kauf –, das Anfänger bis zum sicheren Kartenlegen begleitet; einen kostenlosen Online-Leitfaden zu allen 78 Karten gibt es zusätzlich auf unserer Website.

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So funktioniert eine Tarot-Legung

Eine Legung besteht aus fünf einfachen Schritten. Sie sind bei jedem Deck und in jeder Tradition ähnlich, und du brauchst dafür keine besonderen Gaben, nur etwas Ruhe.

  • Die Frage: Überlege dir vorher, worum es gehen soll. Eine klare Frage macht die Antwort der Karten greifbarer.
  • Das Mischen: Mische die Karten so lange, bis es sich für dich stimmig anfühlt. Es gibt dafür keine feste Zahl und keine Vorschrift.
  • Das Legesystem: Du ziehst eine, drei oder fünf Karten und legst sie in einer festen Anordnung aus.
  • Die Positionen: Jeder Platz im Legesystem hat eine eigene Rolle, zum Beispiel „Ausgangslage“ oder „Rat“. Dieselbe Karte bedeutet an einem anderen Platz etwas anderes.
  • Das Deuten: Lies die Karten nicht einzeln, sondern als Geschichte. Fragen wie „Was verbindet diese beiden Karten?“ helfen mehr als ein Blick auf jede Karte für sich.

Das Tarot hat eine lange Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, zunächst als Kartenspiel und später als Deutungswerkzeug. Heute nutzen viele Menschen es als Spiegel für die eigenen Gedanken. Die Karten sagen dir nicht, was geschehen wird, sie zeigen dir Blickwinkel, auf die du vielleicht nicht gekommen wärst.

Die 78 Karten in zwei Minuten

Ein vollständiges Tarotdeck hat 78 Karten, die sich in zwei Gruppen teilen: 22 Große Arkana und 56 Kleine Arkana.

Die Großen Arkana sind die Karten mit den bekannten Namen, etwa der Narr, die Hohepriesterin, die Liebenden oder der Turm. Viele Deuter sehen darin große Themen und Wendepunkte im Leben. Zieht man mehrere davon in einer Legung, werten viele Deuter das als Hinweis darauf, dass die Frage ein wichtiges Thema berührt.

Die Kleinen Arkana bestehen aus vier Farben mit je 14 Karten. Jede Farbe hat ihren eigenen Themenbereich:

  • Stäbe: Antrieb, Ideen, Tatkraft und Leidenschaft.
  • Kelche: Gefühle, Beziehungen und Intuition.
  • Schwerter: Gedanken, Entscheidungen und Konflikte.
  • Münzen (auch Pentakel genannt): Alltag, Arbeit, Besitz und Sicherheit.

Jede Farbe läuft vom Ass bis zur Zehn und endet mit vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Viele Deuter sehen in den Hofkarten Menschen oder bestimmte Haltungen, die du selbst einnimmst.

Aufrecht oder umgekehrt? Erscheint eine Karte auf dem Kopf, sprechen viele Deuter von einer umgekehrten Karte. Viele Deuter sehen darin eine abgeschwächte oder veränderte Bedeutung oder einen Hinweis auf eine innere Blockade. Als Anfänger kannst du Umkehrungen zunächst weglassen und alle Karten aufrecht deuten. Das macht den Einstieg deutlich ruhiger.

Drei Legesysteme für deine erste Legung

1. Die Tageskarte

  1. Mische die Karten und denke an den kommenden Tag.
  2. Ziehe eine Karte vom Stapel.
  3. Lies die Bedeutung und frage dich, wo sie dir heute begegnen könnte.
  4. Notiere am Abend kurz, ob und wie die Karte zum Tag gepasst hat.

Die Tageskarte ist die beste Übung, weil sie wenig Zeit kostet und du die Karten schnell kennenlernst.

2. Drei Karten: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

  1. Formuliere eine offene Frage zu einer Situation.
  2. Ziehe drei Karten und lege sie von links nach rechts aus.
  3. Die linke Karte zeigt, was zur Situation geführt hat, die mittlere die aktuelle Lage, die rechte eine mögliche Entwicklung.
  4. Lies die drei Karten als zusammenhängende Geschichte.

Als Variante kannst du die Positionen „Situation“, „Hindernis“ und „Rat“ verwenden. Sie eignen sich besonders, wenn du vor einer Entscheidung stehst.

3. Das kleine Kreuz mit fünf Karten

  1. Lege eine Karte in die Mitte: Sie steht für den Kern der Frage.
  2. Lege eine Karte nach links: Was liegt hinter dir?
  3. Lege eine Karte nach rechts: Was kommt auf dich zu?
  4. Lege eine Karte nach oben: Was ist dein Ziel oder Wunsch?
  5. Lege eine Karte nach unten: Was ist die Grundlage oder der unbewusste Einfluss?

Lass dir für das Kreuz Zeit. Beginne mit der Mitte und arbeite dich dann nach außen vor.

Die Bedeutungen lernen, ohne ein Buch auf dem Schoß

Die meisten Anfänger geben auf, weil sie bei jeder Karte in einem Buch blättern müssen. Der Lesefluss reißt ab, und die Legung wird zur Suche nach Stichworten. Genau dafür ist das Deutsches Tarot-Lerndeck gemacht: Die Schlüsselbegriffe jeder der 78 Karten stehen auf Deutsch direkt auf der Karte. Du siehst das Bild, liest das Stichwort und verknüpfst beides sofort.

Eine Beilage brauchst du dafür nicht, im Karton liegt bewusst keine. Willst du eine Karte genauer verstehen, hilft unser kostenloser Online-Ratgeber: alle 78 Karten und ihre Bedeutungen in einer Übersicht.

Wenn du lieber mit dem klassischen Bild von 1909 arbeitest, passt das Borderless Vintage Tarot mit der Kunst von Pamela Colman Smith. Es hat 78 Karten, eine Geschenkbox und einen Stoffbeutel. Im Karton liegt ein gedrucktes Guidebook, das sie erklärt – allerdings auf Englisch. Auf den Kartenvorderseiten stehen keine Bedeutungen, du lernst sie also über das englische Guidebook oder unseren deutschen Online-Ratgeber.

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Gute und schlechte Fragen

Die Qualität einer Legung hängt stark von der Frage ab. Offene Fragen, die mit „Wie“, „Was“ oder „Wodurch“ beginnen, geben den Karten Raum. Ja-Nein-Fragen sind möglich, führen aber oft zu knappen und schwer deutbaren Antworten.

Eher ungeeignetBesser formuliert
Liebt er mich?Was beschäftigt mich in dieser Beziehung gerade?
Bekomme ich die Stelle?Was sollte ich vor dem Gespräch bedenken?
Soll ich umziehen, ja oder nein?Welche Aspekte meiner Entscheidung sehe ich noch nicht?
Was wird nächstes Jahr passieren?Worauf möchte ich im nächsten Jahr meinen Fokus legen?

Fragen über das Verhalten anderer Menschen führen meist in die Irre, denn die Karten kennen die Gedanken anderer nicht. Frage lieber nach deiner eigenen Haltung und deinen Möglichkeiten. Bei Themen wie Gesundheit, Geld oder Recht ersetzt kein Tarot die Beratung durch Fachleute.

Typische Anfängerfehler

  • Zu viele Karten auf einmal: Mit großen Legesystemen verlierst du schnell den Überblick. Starte mit einer bis drei Karten.
  • Dieselbe Frage mehrmals stellen: Wenn dir die Antwort nicht gefällt, ziehst du nicht neu. Nimm die Karten lieber als Anlass, über das Unbequeme nachzudenken.
  • Nur auf die Bedeutung schauen: Achte auch auf das Bild, die Farben, die Figuren und ihre Blickrichtung. Oft steckt dort die eigentliche Botschaft.
  • Karten als Urteil lesen: Eine „schwere“ Karte wie der Turm ist kein Unglücksbote. Viele Deuter sehen darin eine Einladung, Veränderungen ehrlich anzuschauen.
  • Auswendiglernen statt Üben: Du musst nicht alle 78 Bedeutungen kennen, bevor du anfängst. Lerne beim Legen und führe ein kleines Tagebuch.
  • Zu hohe Erwartungen: Tarot liefert Denkanstöße, keine Garantien. Entscheidungen triffst am Ende immer du.

FAQ

Kann man mit Tarotkarten wirklich die Zukunft vorhersagen?

Es gibt dafür keinen Beleg, und seriöse Deuter versprechen es auch nicht. Tarot hilft, Situationen zu reflektieren und mögliche Entwicklungen zu durchdenken. Die Karten zeigen Tendenzen und Blickwinkel, keine feste Zukunft.

Brauche ich ein besonderes Talent, um Tarot zu deuten?

Nein. Tarot lässt sich lernen wie ein Handwerk: Du übst mit einfachen Legungen und merkst dir nach und nach die Bedeutungen. Ein Deck mit Bedeutungen auf den Karten macht den Anfang leichter.

Wie viele Karten sollte ich als Anfänger ziehen?

Eine bis drei Karten reichen völlig aus. Die Tageskarte oder die Legung mit drei Karten bringt dir mehr als ein großes Legesystem, bei dem du den Überblick verlierst.

Wie oft darf ich dieselbe Frage stellen?

Am besten stellst du sie einmal und lässt die Antwort wirken. Wenn sich die Lage wirklich verändert hat, kannst du später neu legen. Wiederholtes Ziehen bis zur gewünschten Karte nimmt der Legung ihren Wert.

Muss ich die Karten umgekehrt deuten?

Nein, das ist optional. Viele Anfänger lesen zunächst nur aufrechte Karten und nehmen die Umkehrungen später dazu. Beides ist eine gängige und gültige Art zu deuten.

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